Am Sonntag dem 1. Advent ging es für die erste Mannschaft des SC´s zum Tabellenführer und Top Favoriten, dem Landesliga Absteiger SF 43 Neckartenzlingen 1. Viele Chancen rechneten sich die 8 Steinlacher an diesem 4. Spieltag der Bezirksliga nicht aus, hatten die Neckartenzlinger doch an allen Brettern höhere Wertungszahlen. Das Verhältnis der Flüsse Neckar und Steinlach spiegelt ungefähr das Kräfteverhältnis wider. Zum Glück für den SC Steinlach fehlten bei den Gastgebern 2 Stammspieler, daher fiel die Wertungszahlendifferenz etwas kleiner aus. Die ersten drei Stunden des Wettkampfes verliefen sehr ausgeglichen, an allen Brettern konnten der Underdog aus dem Steinlachtal mithalten und ein Spielstärkeunterschied war an keinem Brett zu bemerken. Leider bestrafen aber stärkere Spieler Fehler meist umgehend und so erging es dann leider auch Markus Lemcke an Brett 4. Bis ins Endspiel konnte der Dusslinger die Partie ausgeglichen gestalten, tauschte dann aber fatalerweise die Türme und fand sich in einer verlorenen Stellung wieder die sein erfahrener Gegner sichernach Hause brachte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Shaojia Zhao (Brett 8) aber bereits ein gewonnenes Endspiel auf dem Brett. In der Französischen Verteidigung überspielte der Mössinger Nachwuchsspieler seinen Gegner, gewann früh zwei Bauern und verwertete den Vorteil energisch und routiniert nach 50 Zügen zum 1:1 Ausgleich.
Im weiteren Verlauf des Matches gewannen die Steinlacher nun Oberwasser und als der Nehrener Daniel Hügler (Brett 3) mit einem Springermanöver Vorteile erzielen konnte, war sein Gegenspieler nicht mehr in der Lage, die beste Verteidigung zu finden und stellte eine Figur ein, was zwei Züge später zur Aufgabe des Neckartenzlingers führte.
Der SC führte plötzlich mit 1:2. Aus diesem Grund entschied sich Uwe Rogowski (Brett 2), nach zwei dramatischen Partien an den letzten Spieltagen, es diesmal ruhiger anzugehen und taktisch klug ein Remis anzubieten, was von seinem Gegenüber angenommen wurde.
170 Wertungszahlen Punkte (DWZ) ist normalerweise mehr als ein Klassenunterschied, nicht so an diesem Tag bei der Partie von Roland Voitl (Brett6) . Mit dem schwarzen Steinen spielte er das aggressive Wolga Gambit und konnte im Verlauf der Partie in ein gewonnenes Springerendspiel abwickeln. Mit dem Erreichen der Zeitkontrolle im 40.ten Zug fand er aber nicht die beste Fortsetzung und sein Gegner konnte sich ins Remis retten.
Auch an Brett 7 gab Rolf Schlichenmaier mit den weißen Steinen seinem 120 DWZ Punkte stärkeren Gegner keine Gelegenheit Chancen zu kreieren. Das aus dem Colle System entstandene Bauernendspiel hielt Rolf ohne technischen Probleme Remis zum 2,5:3,5 Zwischenstand.
Zu diesem Zeitpunkt war die Sensation schon zum Greifen nahe, denn an den, verbleibenden zwei Brettern konnten nur noch grobe Fehler das Blatt im Mannschaftskampf wenden. Spitzenbrett Martin Hoffmann hatte es hier mit einem 270 DWZ Punkte stärkeren Gegner zu tun. Mit den weißen Steinen konnte er gegen die seltene Nimzowisch Verteidigung in ein ausgeglichenes Turmendspiel überleiten, aufgrund des Zwischenstandes schraubte der Neckartenzlinger das Risiko aber sehr hoch und wäre fast dafür bestraft worden. Martin der nur das Remis im Auge hatte übersah eine gewinnbringende Fortsetzung und wickelte stattdessen in Remis nach 80 umkämpften Zügen ab und sicherte damit schon einmal einen Mannschaftspunkt.
Jetzt lag es an Stefan Buck (Brett 5) den Mannschaftssieg zu sichern, gegen die Slawische Verteidigung seines 140 DWZ Punkte stärkeren Gegners hatte er über die gesamte Partie keine Schwierigkeiten und verbuchte zwischendurch mit einemgefährlichen Mehrbauern sogar die Chance auf einen vollen Punkt, letztendlich gab sein Gegenspieler alle Versuche auf ein Endspiel mit Minusbauern und ungleichfarbigen Läufern auf Gewinn zu spielen und einigte sich auf das Remis zum 3,5:4,5 Endstand. Mit diesem sensationellen Auswärtssieg im „Flüsseduell“, welcher in der Höhe sogar höher hätte ausfallen können, hat keiner gerechnet. Der SC befindet sich jetzt mit 6:2 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Nächstes Jahr geht es dann in ein Duell mit genau umgekehrten Vorzeichen.
Weiter geht es am 19. Januar, dann gastiert die Zweite Mannschaft vom Tabellenschlusslicht Hohentübingen in Ofterdingen, aber erfahrungsgemäß sind die Duelle mit den Tübingern immer sehr wechselhaft.
